Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS): Partizipative Entwicklung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen am Beispiel des Berliner Brunnenviertels als innovative Strategie in der Stadtteilentwicklung

Kiezplan Brunnenviertel (Berlin-Wedding)
© Stadträumliches Lernen 2009, überarbeitung durch S.T.E.R.N. 2012

Vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels treten häufiger als bisher extreme Wetterlagen wie Starkregenereignisse oder lange Hitzeperioden auf. Diese wirken sich insbesondere in hoch ver­dichteten Stadtquartieren negativ auf die Lebensqualität der Anwohner_innen aus. Für Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte ergeben sich daraus zukünftig zunehmend erhebliche Kosten, u. a. durch Schadensbeseitigung, höhere Krankenstände und steigende Versicherungskosten. Um diese Folgen abzumildern, sind umfangreiche Klimaanpassungsmaßnahmen erforderlich.

Das Projektvorhaben "KiezKlima" nimmt die Quartiersebene in den Fokus. Ziel ist es, die vorhandenen partizipativen Strukturen im Pilotgebiet Brunnenviertel-Brunnenstraße (Berlin-Wedding) für Klimaanpassungsmaßnahmen beispielhaft nutzbar zu machen und erste bauliche Maßnahmen umzusetzen. Das Projekt knüpft dabei an die Prozesse und Strategien des seit 2005 etablierten Quartiersmanagements (QM) an. Maßnahmen der Klimaanpassung werden mit den Bewohner_innen und Akteuren im Quartier entwickelt, diskutiert, geplant und umgesetzt. Auf der Grundlage einer umfassenden Evaluation der Projektprozesse und -ergebnisse wird ein Handlungsleitfaden mit übertragbaren Empfehlungen für andere Stadtquartiere in Deutschland erstellt.

Das Projektvorhaben "KiezKlima" bearbeitet zentrale Fragenstellungen: Welche Art der Beteiligung braucht man für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen auf Quartiersebene? Welche Form der Ansprache erreicht die divers ausgerichteten Akteure? Welche konkreten Anpassungsmaßnah­men lassen sich für das Pilotgebiet aus dem Ist-Zustand des lokalen Mikroklimas ableiten, entwickeln und umsetzen? Welche Erkenntnisse sind auf andere Quartiere übertragbar?

Das dreijährige Modellprojekt (Projektzeitraum: Oktober 2014 bis September 2017) wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der "Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" (DAS) gefördert und durch den Projektträger Jülich ( PTJ ) begleitet. Das Projekt wird gemeinsam durch das Fachgebiet Klimatologie der TU Berlin, die CQ Beratung+Bildung GmbH , die L.I.S.T. GmbH und die Unterauftragnehmer Bureau Baubotanik und EPC durchgeführt. Finanziell und personell unterstützt wird es durch die degewo , das Bezirksamt Mitte und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin. "KiezKlima" bündelt somit das Know-how und die Expertise unterschiedlicher Akteure aus Forschung, Beratung, Verwaltung und Stadtteilarbeit.

Das Fachgebiet Klimatologie untersucht die klimatischen Bedingungen des Brunnenviertels anhand bestehender Datenbestände als auch mit Hilfe von Messungen und numerischen atmosphärischen Modellierungen. Dabei werden insbesondere die unterschiedlichen räumlichen Strukturen, welche im Brunnenviertel zu finden sind, berücksichtigt. Untersucht werden die saisonalen Klimabedingungen als auch deren Schwankungen durch Klimaextreme in Bezug zu den Lebensbedingungen im Pilotgebiet. Geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der lokalen klimatischen Bedingungen werden weitergehend identifiziert und hinsichtlich ihrer Auswirkungen bewertet werden.

Weitergehende Informationen sind auf der KiezKlima-Website zu finden. Der Projekt-Flyer kann hier herunter geladen werden.