Überblick

Das Ziel von ‚Stadtklima im Wandel - [UC]²‘ ist die Entwicklung eines innovativen Stadtklimamodells, das für ganze Städte wie z.B. Stuttgart, Hamburg oder Berlin mikroskalige atmosphärische Prozesse gebäudeauflösend simulieren kann, um fachübergreifende Analysen durchzuführen, sowie Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung des Stadtklimas und der Luftreinhaltung planen zu können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert diese Maßnahme als Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA); www.fona.de(Förderkennzeichen: 01LP1602A). Die Fördermaßnahme wird vom Projektträger DLR betreut und begann am 1. Juni 2016 mit einer Laufzeit von drei Jahren. 

Sie setzt sich aus drei Modulen zusammen: Modellentwicklung (A), Beobachtungsdaten (B) und Praxistauglichkeit (C). Prof. Dr. Dieter Scherer, Leiter des Fachgebiets Klimatologie an der Technischen Universität Berlin, übernimmt die Koordination des Verbundprojektes ‚Dreidimensionale Observierung atmosphärischer Prozesse in Städten - (3DO)‘ in Modul B. 3DO ist in 14 Teilprojekte, an denen 20 Partner beteiligt sind, gegliedert. 

Umfassende Daten zu Wetter, Klima und Luftqualität in Großstädten sind auch heute noch nur begrenzt verfügbar, insbesondere mehrjährige und multidekadische atmosphärische Langzeitbeobachtungen (LTO). In den 3DO-Teilprojekten werden daher bereits existierende Beobachtungsdaten aufbereitet sowie fehlende Daten durch neue LTO und Intensivmesskampagnen mit einer hochauflösenden, hochgenauen Instrumentierung erhoben. Diese dreidimensionalen atmosphärischen Datensätze ermöglichen das von Modul A zu entwickelnde Stadtklimamodell auf seine Leistungsfähigkeit hin zu testen und zu beurteilen. Unabhängig davon sollen die Datensätze auch für spezifische Anwendungen z.B. in der Stadtplanung und der Luftqualitätskontrolle eingesetzt werden. 

Die Modellvalidierung sowie Anwendungstests werden gemeinsam mit den Partnern der Module A und C durchgeführt werden. Hierzu werden neue Konzepte und Analysewerkzeuge entwickelt und getestet. Die gewonnenen Daten sollen gemäß dem modulübergreifend entwickelten Datenstandard von [UC]in ein Datenmanagementsystem eingepflegt werden, während die Konzepte und Werkzeuge in eine sogenannte Knowledge Base implementiert werden.